Programm

Die Fachtagung setzt sich aus mehreren Schwerpunkten zusammen.

Impulsvortrag Prof. Dr. Wolfgang Sting

In einem Impulsvortrag wird sich Prof. Dr. Wolfgang Sting (Professor für Erziehungswissenschaft undTheaterpädagogik an der Universität Hamburgund Leiter des Arbeitsbereiches Theaterpädagogikund des Master-Studiengangs „PerformanceStudies”) mit diesen Fragestellungen befassen. Der Vortrag thematisiert und diskutiert das produktive Spannungsverhältnis unterschiedlicher theaterpädagogischer Positionen und Perspektiven,u.a. auch aktuelle Bildungspläne für das Fach Theater in der Grundschule.Im Weiteren werden Beispiele aus verschiedenen Bundesländern aufgezeigt, wie das Theaterspiel in der Grundschule verwirklicht werden kann,auch wenn es noch nicht dezidiert als Schulfach implementiert ist.

Prof. Dr. Wolfgang Sting
ist seit 2002 Professor für Erziehungswissenschaft und Theaterpädagogik an der Universität Hamburg. Er leitet den Arbeitsbereich Theaterpädagogik und den Master-Studiengang Performance Studies. Mitherausgeber der „Zeitschrift für Theaterpädagogik“. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Theorie und Praxis der Theaterpädagogik, Theater und Schule, performatives Theater und kulturelle Bildung, inter- und transkulturelles Theater, Hamburger TheaterSprachCamp.

Workshops

Workshops zeigen die Möglichkeiten auf, wie Bildungsziele des Theaterspiels und Kompetenzerwerbs praktisch umgesetzt werden können, wobei gleichzeitig der künstlerische Anspruch imFokus bleibt.

Theaterarbeit mit den Kleinsten: Theater spielen in Klasse 1 - Was können die Kleinen? Johanna Vierbaum

Anhand des Theaterprojektes „Post für dich” werden die ersten Schritte zum Spiel für Zuschauer verdeutlicht. Übungen und Spiele dienen zunächst der Selbstwahrnehmung, dann der Wahrnehmung anderer Spieler*innen und der Gruppe. Über die gemeinsame Darstellung von Räumen (Fußballplatz,an der Bushaltestelle, auf dem Schulhof, im Kirchenchor) werden Arbeitsweisen mit Alltagsbewegungen gezeigt, die alle Spieler*innen mit einbeziehen. Mithilfe des Requisits Karton werden Methoden zur Intensivierung des Ausdrucks gezeigt.

 

 

Johanna Vierbaum
studierte Musik und Sachunterricht für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen an der Pädagogischen Hochschule Kiel und absolvierte danach das  2-jährige Studium der Musik- und Tanzerziehung am Orff-Institut, Mozarteum, Salzburg.  Seit 1991 ist sie an einer Hamburger Grundschule als Grundschullehrerin in der Klassenleitung und  in den letzten Jahren besonders  im Fachunterricht Musik und Theater tätig, hat die 2-jährige berufsbegleitende Ausbildung für Schultheater am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg (LI) absolviert und ist seit 2009 an das LI abgeordnet in den Fachbereich Theater Grundschule und Klassen 5/6.  Sie ist in der Lehrerfort- und Weiterbildung tätig, qualifiziert Grundschullehrkräfte und gibt Theaterseminare zu vielen Themen des Schultheaters. Außerdem berät sie viele Schulen in Hamburg, das Fach Theater zu implementieren und eine kulturelle Schulkultur zu entwickeln.

Theater-Safari „Der Wolf, der aus der Geschichte fiel” Gabriele Czerny

In diesem Workshop wird gezeigt, wie Bilderbücher für die szenische Arbeit erschlossen werden können, mit dem Ziel Rezeption und Produktion, Imagination und Reflexion, sinnliches Wahrnehmen und Fantasie zu verbinden. Grundlage ist das theaterpädagogische Modell SAFARI, welches auf sieben Bausteinen basiert: Stoff, Auftakt, Figur, Aktion, Reflexion und Inszenierung.

Dr. Phil. Gabriele Czerny
geb. Kull, 18.10.1954 (Heilbronn / Neckar) Studium an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg (Deutsch, Englisch, Kath. Theologie), Zweites Staatsexamen für das gehobene Lehramt an Grund und Hauptschulen, Ausbildung zur Theaterpädagogin und Multiplikatorin im Fortbildungsbereich, Zweites Staatsexamen für das höhere Lehramt in Pädagogik und Psychologie (Studienrätin), Unterrichtstätigkeit an den Grund- und Hauptschulen Korntal-Münchingen, Beilstein, Neckarwestheim, Studienrätin an der Fachschule für Sozialpädagogik, Heilbronn, Leitung des Bild-Theater-Zentrums (BTZ) der PH Ludwigsburg, seit 2012: „Theater für die Kleinen“ - Theaterpräsentationen des Studiengangs Frühe Bildung

„Wo die wilden Kerle wohnen” – zum Umgang mit Störungen und Blockaden Katharina Fertsch-Röver

Was tun, wenn Kinder sich verweigern, aggressiv werden und den Prozess stören? Im Workshop werden Übungen und Methoden vorgestellt, die sowohl die Egozentrik bedienen, wie auch die Gruppendynamik fördern. Auch kann es hilfreich sein, die Störungen und die damit verbundenen Hilfesignale kreativ umzuleiten und die Theaterarbeit wieder in den Vordergrund zu rücken.Patentrezepte gibt es nicht, aber im gemeinsamen Austausch wollen wir unser Repertoire an Lösungsmöglichkeiten erweitern.

 

Katharina Fertsch-Röver
Seit 1987 freiberuflich tätig als Theaterpädagogin und Regie an Theatern und in der Kinder-und Jugendarbeit.Tätig in Schulen, außerschulischem Bereich und Erwachsenenbildung. Von 1991 – 2007 nebenamtliche Lehrbeauftragte an der FH Frankfurt FB Sozialwesen. Seit 1998 Mitarbeit im Bereich Gewaltprävention am Schultheater-StudioSeit 2001 Theaterpädagogin STS u.a. Entwicklung von neuen Projekten (Suchtprävention, Anti-Diskriminierung, Deutschlernen und Theater usw.) und Fortbildungen. Arbeit mit Senioren, minderjährigen Flüchtlingen, Inhaftierte.Fachleitung der Theaterpädagogen im“ DeutschSommer“, Deutschförderprojekt für Grundschulkinder der Stiftung Polytechnische Gesellschaft FrankfurtKünstlerische Leitung MultiArt, Jugendamt Stadt Offenbach, mit vier Offenbacher Gesamtschulen. Seit August 2016 Leitung Theaterpädagogik am Schultheater-Studio.

Viewpoints in der Theaterarbeit mit Kindern Norbert Meisenberg

Viewpoints sind Improvisations- und Trainingstechniken,die die Aufmerksamkeit auf der Bühne in höchstem Maße entwickeln und die helfen, klare und starke Entscheidungen zu treffen. In Viewpoints wird jegliches Bühnengeschehen unter den Aspekten Zeit– Bewegung – Raum betrachtet. Die Aspekte werden einzeln und in Kombination miteinander improvisatorisch erforscht und sind mit jeder Arbeitsmethode und jedem Spielstil kompatibel. Die Arbeit mit Viewpoints besitzt nicht nur eine starke ensemblebildende Qualität, sondern bietet auch vielfältige Möglichkeiten, eine Gruppe von Spielern auf der Bühne ausdrucksvoll zu organisieren.

Norbert Meisenberg
bis 2017 Lehrer an der Peter-Petersen-Grundschule in Berlin-Neukölln mit den Schwerpunkten Theater und Bildende Kunst. Lange Jahre tätig in der Weiterbildung  Theater in der Grundschule und beim Neuköllner Theatertreffen für Grundschulen.
Zudem seit 1992 aktiv als Schauspieler im Amateurtheater „Theater auf Lebenszeit“.

Nachbesprechungen

Moderation Kerstin Hähnel und Nick Doormann

In einer geleiteten Gesprächssituation können die Fachtagungsbesucher*innen über die gezeigten Inszenierungen diskutieren. Dabei geht es darum, besondere Momente der Stücke zu beschreiben, Entwicklungs- und Erarbeitungsprozesse nachzuvollziehen, eigene Eindrücke mitzuteilen und auf der Basis einer wertschätzenden Grundeinstellung zu einer konstruktiven Feedbackkultur zu kommen. Es finden immer zwei parallele Gesprächsrunden statt, bei denen jeweils in Anwesenheit der Spielleiter*innen über deren Stück gesprochen wird.

Kerstin Hähnel
ist Theater -, Sport und Französischlehrerin an einer großen Hamburger Stadtteilschule und hat in den letzten Jahren bundesweit mit ihren Schülergruppen an diversen Theaterfestivals teilgenommen.

Kerstin Hähnel ist im Vorstand des Hamburger Fachverbandes für Theater an Schulen.

Nick Doormann
ist Theaterlehrer und Kunstlehrer an einer großen  Hamburger Stadtteilschule. Am Landesinstitut Hamburg ist er im Beratungsfeld Theater zuständig für Fort- und Weiterbildungen in der Sekundarstufe I.
Nick Doormann ist Coach für Persönlichkeitsentwicklung und arbeitet als Kung Fu-Trainer.

Vorstellung des paritätischen Juryformats

Die Jury des 8. Deutschen Kinder-Theater-Festes wird zum ersten Mal mit Kindern und Experten der Fachverbände paritätisch besetzt sein. Mit diesem Verfahren wird die Beteiligung der Kinder am Auswahlverfahren der eingeladenen Stücke deutlich gestärkt. Wie wirkt sich diese Veränderung von der bisherigen Praxis der vergangenen sieben Festivals aus? Der gesamte Verlauf von der ersten Begegnung der Kinder mit den erwachsenen Jurymitgliedern bis hin zur finalen Entscheidung wird von Prof. Dr. Norma Köhler und Prof. Dr. Christoph Lutz-Scheurle sowie Studierenden der Fachhochschule Dortmund beobachtet. In einemGesprächsformat werden diese neben anderen an der Jury Beteiligten den Prozess beschreiben und über ihre Beobachtungen berichten.